Ultraschall

Ultraschall in der Schwangerschaft: wann, wie oft, was man sieht

Drei Basis-Ultraschalle zahlt die Kasse: 9.–12., 19.–22. und 29.–32. SSW. Was jeweils geprüft wird, was extra ist und welches Bild sich zum Aufheben eignet.

Dieser Artikel ist eine allgemeine Information und keine medizinische Beratung. Frag deine Hebamme oder Frauenärztin zu deiner Schwangerschaft und deinen Untersuchungen.

In einer unkomplizierten Schwangerschaft bekommst du in Deutschland drei Basis-Ultraschalluntersuchungen: zwischen der 9. und 12., der 19. und 22. und der 29. und 32. Schwangerschaftswoche. So steht es in der Mutterschafts-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), und die gesetzliche Krankenkasse übernimmt sie. Weitere Ultraschalle kommen nur hinzu, wenn es dafür einen medizinischen Grund gibt. Ultraschall nur für schöne Bilder ist seit Ende 2020 verboten.

Hier siehst du, was bei jedem Termin passiert, was du dabei sehen kannst und welcher Termin die besten Chancen auf ein Bild zum Aufheben bietet.

Die drei Basis-Ultraschalle auf einen Blick

Die Mutterschafts-Richtlinie (in Kraft seit 25. August 2026) legt die Zeiträume genau fest. Im Mutterpass heißen die Termine „Screening”.

Termin Zeitraum laut Richtlinie Was geprüft wird Was du meist siehst
1. Basis-Ultraschall 8+0 bis 11+6 SSW (9. bis 12. Woche) Sitz in der Gebärmutter, Herzschlag, Mehrlinge, Scheitel-Steiß-Länge zur Bestimmung des Geburtstermins ein kleines „Gummibärchen”, Herzschlag als flackernder Punkt
2. Basis-Ultraschall 18+0 bis 21+6 SSW (19. bis 22. Woche) Kopf, Bauch und Oberschenkelknochen werden gemessen, Lage der Plazenta, Fruchtwassermenge; wahlweise erweitert mit Blick auf Organe Profil, Hände, Füße, oft das Geschlecht
3. Basis-Ultraschall 28+0 bis 31+6 SSW (29. bis 32. Woche) Wachstum, Lage des Kindes, Herzschlag vollere Wangen, aber oft nur Ausschnitte, weil es eng wird

Bei allen drei Terminen wird laut dem Merkblatt zur Richtlinie geprüft, ob sich das Baby altersgerecht entwickelt, ob es Mehrlinge sind und ob es Hinweise auf Entwicklungsstörungen gibt.

Wie oft Ultraschall: drei Termine plus Kontrollen bei Bedarf

Drei ist die Grundzahl, nicht die Obergrenze. Die Richtlinie nennt in Anlage I b Gründe, aus denen zusätzliche Ultraschalle zum Screening gehören, etwa:

  • ein unklarer Geburtstermin oder ein Bauch, der nicht zur Woche passt,
  • eine Mehrlingsschwangerschaft,
  • der Verdacht auf eine Wachstumsstörung,
  • eine Blutung,
  • ab der 36. Woche der Verdacht, dass das Baby falsch liegt.

Bei weiteren Befunden (Anlage I c) kommen Kontrollen hinzu, die zur Vorsorge gehören, aber nicht mehr zum Screening. Wie viele Ultraschalle du am Ende hast, hängt also von deinem Verlauf ab. Viele Praxen schallen bei Vorsorgeterminen zusätzlich kurz, wenn sie einen Grund dafür sehen.

Du darfst übrigens auch ablehnen. Das Merkblatt zum Basis-Ultraschall (Anlage V der Richtlinie) sagt klar: Du kannst auf alle oder einzelne Ultraschalluntersuchungen verzichten, ohne Gründe zu nennen und ohne Folgen für deinen Versicherungsschutz.

Ab wann Ultraschall: der erste Blick

Der erste reguläre Termin liegt zwischen der 9. und 12. Woche. Viele Frauen werden schon früher geschallt, oft bei der ersten Vorsorge um die 6. bis 8. Woche, um zu sehen, ob die Schwangerschaft in der Gebärmutter sitzt.

Ganz am Anfang wird meist mit einer Vaginalsonde untersucht, die das Merkblatt ausdrücklich erwähnt. Ab wann der Ultraschall über die Bauchdecke reicht, erklärt unser Artikel Ultraschall über den Bauch: ab wann?. Was du in der 6. Woche erwarten kannst, steht in Ultraschall in SSW 6.

Der zweite Termin: Basis oder erweitert

Beim zweiten Basis-Ultraschall hast du eine echte Wahl. Die Richtlinie bietet zwei Varianten an:

  1. Basis-Ultraschall: Kopf, Bauch und Oberschenkelknochen werden gemessen, die Lage der Plazenta wird beurteilt.
  2. Erweiterter Basis-Ultraschall: zusätzlich ein systematischer Blick auf Kopf und Hirnkammern, Kleinhirn, Hals und Rücken, Herz mit Vier-Kammer-Blick, Bauchwand, Magen und Harnblase. Ihn darf nur durchführen, wer eine entsprechende Qualifikation nachgewiesen hat; sonst wirst du überwiesen.

Nicht zum Basis-Ultraschall gehören laut Merkblatt der Fein-Ultraschall durch spezialisierte Ärztinnen und Ärzte und Untersuchungen wie die Nackentransparenz-Messung, die gezielt nach genetischen Auffälligkeiten sucht und unter das Gendiagnostikgesetz fällt. Die Kasse zahlt diese Untersuchungen, wenn es einen besonderen medizinischen Grund gibt.

Ist Ultraschall in der Schwangerschaft schädlich?

Nach heutigem Wissen nicht. Das Merkblatt der Richtlinie hält fest, dass direkte unerwünschte Wirkungen oder Risiken der Untersuchung weder für die Schwangere noch für das Ungeborene bekannt sind. Belastend kann ein Ultraschall auf andere Weise sein: wenn er unklare Befunde zeigt, die weitere Untersuchungen und schwierige Entscheidungen nach sich ziehen.

Gleichzeitig gilt seit dem 31. Dezember 2020 § 10 der Verordnung zum Schutz vor schädlichen Wirkungen nichtionisierender Strahlung (NiSV): „Bei der Anwendung von Ultraschallgeräten zu nichtmedizinischen Zwecken darf ein Fötus nicht exponiert werden.” Das sogenannte Babyfernsehen, also Ultraschall nur für Erinnerungsbilder oder Videos, ist damit verboten. Die Hintergründe stehen in unserem Artikel 3D-Ultraschall verboten?, mehr zur Sicherheit in Ist Ultraschall schädlich?.

Welcher Termin das schönste Bild zum Aufheben liefert

Für ein Erinnerungsbild ist meist der zweite Termin am ergiebigsten. Um die 19. bis 22. Woche ist das Baby groß genug, dass Profil, Nase und Hände klar zu erkennen sind, und hat noch viel Platz und Fruchtwasser um sich. Beim dritten Termin sind die Wangen voller, aber das Baby liegt enger und dreht sein Gesicht häufiger weg.

Ein paar Dinge kannst du selbst tun:

  • Frag nach einem Ausdruck. Ob du Bilder bekommst, entscheidet die Praxis, aber fragen kostet nichts. Laut Merkblatt kannst du besprechen, ob du die Bilder sehen willst.
  • Sag vorher, ob du das Geschlecht wissen willst. Das Merkblatt rät ausdrücklich, das vor der Untersuchung anzusprechen.
  • Mach direkt ein Handyfoto vom Ausdruck. Thermopapier verblasst mit der Zeit. Wie du die Bilder rettest, liest du in Ultraschallbild haltbar machen.

Wie sich das Bild von Woche zu Woche verändert, zeigt unser Überblick Ultraschallbilder nach SSW.

Aus dem Ultraschallbild ein Babyporträt machen

Weil es in Deutschland keine zusätzlichen Erinnerungs-Ultraschalle mehr gibt, sind die Bilder aus der Vorsorge oft alles, was du hast. Mit SeeMyBaby kannst du aus einem dieser Bilder ein imaginiertes Neugeborenen-Porträt erstellen. Ein Handyfoto vom Ausdruck reicht, das Porträt ist in etwa einer Minute fertig.

Ein klares Profil, wie es oft beim zweiten Termin entsteht, gibt das ähnlichste Ergebnis. Ein flaches 2D-Bild funktioniert auch, das Porträt ist dann stärker ausgedacht. Die App wertet nichts medizinisch aus und sagt nicht voraus, wie dein Baby aussieht: Es ist ein Spiel mit deinem Bild, kein Befund. Mehr Artikel rund um Ultraschall findest du im SeeMyBaby-Blog.

Quellen

Was Eltern oft fragen

Wie oft wird in der Schwangerschaft ein Ultraschall gemacht?

Vorgesehen sind drei Basis-Ultraschalle in der 9. bis 12., 19. bis 22. und 29. bis 32. Woche. Gibt es einen medizinischen Grund, kommen weitere hinzu, die die Kasse ebenfalls zahlt.

Ab welcher Woche sieht man das Baby im Ultraschall?

Beim ersten Basis-Ultraschall zwischen der 9. und 12. Woche ist der Embryo bereits zu sehen und wird vermessen. Frühere Ultraschalle zeigen zunächst die Fruchthöhle und dann den Herzschlag.

Kann ich in Deutschland noch einen 3D-Ultraschall nur für Fotos machen lassen?

Nein. Seit dem 31. Dezember 2020 verbietet § 10 NiSV Ultraschall an Föten zu nichtmedizinischen Zwecken. 3D-Bilder entstehen nur noch, wenn eine Praxis sie bei einer medizinisch begründeten Untersuchung anfertigt.

Muss ich alle Ultraschalluntersuchungen machen lassen?

Nein. Du kannst auf einzelne oder alle Ultraschalle verzichten, ohne Gründe zu nennen und ohne Folgen für deinen Versicherungsschutz.

Sarina GomezRedakteurin, SeeMyBaby

Sarina Gomez ist das Pseudonym der SeeMyBaby-Redaktion.

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